KOZERA
Biografie

Kozeras Domäne als Bildhauer, so Zbyszek Krzewiński, „ist die RAUMKREATION, was wesentlich mehr bedeutet als ein 3D-Druck. Von Dritten schwer zu erfassende ARTEFAKTE – als Künstler realisiert er seine Ausdrucksmöglichkeiten durch ein freies «Raummalen», das die Gestalt einer charakteristischen Handbewegung eines bildenden Künstlers annimmt und in der Formel einer technologisch fortgeschrittenen räumlichen Substanzbewegung abgebildet wird. Es muss unterstrichen werden, dass der Künstler eine NEUE GENERATION DES 3D-DRUCKS (Stratasys j750) verwendet – den Großformatdruck, der eine EINZIGARTIGE Möglichkeit der Übertragung der Raumkreationen aus der virtuellen Wirklichkeit in Visualisierungen in der realen Wirklichkeit mit gleichzeitiger Verwendung von denselben Farben, Strukturen und einem zu erwartenden Kontakt mit Substanz des zu kreierenden Gegenstandes bietet.

Für mich ist es eine Zusammenstellung (Mosaik) von traditioneller oder altertümlicher (Krokodil, Kopf) Skulptur mit virtueller Wirklichkeit (Scan), mit Poesie des Malerischen von Kozera (seine charakteristische räumliche Geste), das nicht zufällig und nicht ohne bestimmte Absicht und nicht ohne einen gewissen Hintergrund entsteht: das Malerische repräsentiert die Verbindung einer traditionellen, heutzutage farblosen Skulptur, deren Begegnung mit Kozeras farbenreicher räumlicher Geste ihr eine beinahe neue Bedeutung in der virtuellen Wirklichkeit verleiht und den 3D-Druck als Erinnerung an solch eine „Reise“ hinterlässt.

Es ist wie das Schlucken der roten Pille, um in die Matrix zurückzukehren, in der man all das ändern kann, was seit Jahrhunderten als unveränderbar galt. Nach diesem virtuellen Erlebnis ist nichts mehr so, wie es früher mal war. Den einzigen Beweis, dass es kein Traum war, liefert nach dem Erwachen der handfeste Großformatdruck. Ähnlich wie der Morpheus in „Matrix“, bietet Kozera dem User eine diskrete Wahl zwischen einer roten und blauen Pille: Sie brauchen nichts in Ihrem vertrauten Ambiente zu ändern oder Sie können doch wie die Alice im Wunderland selbst erforschen, was das Kaninchenloch verbirgt und das, was seit Jahrhunderten als unveränderbar galt, selbst ändern?“

Marek Kozera

Seit 2004 bietet der Künstler im „Technologischen Park 3D“ (seit 2017 „Kozeras Stiftung“) eine einzigartige Reihe von Vorlesungen, Workshops und Kurzkurse, die auf unterschiedliche Aspekte von Kultur und zeitgenössische Kunst abgestimmt sind. Er bietet Zugang zu Personen und Institutionen, welche die zeitgenössische Kunst und Design in Großpolen entwickeln. Arbeitet sich Kozera in die Scantechnologie der archäologischen Objekte in Archivqualität, schnelle Prototyp-Modellanfertigung (Rapid-Prototyping) mit Verwendung von CAD und 3D-Druck ein.

3D

Im Jahre 2017 begann Kozera digitale 3D-Druckmuster in Stratsys-j750-Technologie zu drucken. Die fertigen Bilder nahmen ihren Namen vom Druckgerät j750.

Kozera arbeitete als Assistent von Micheangelo Pistoletto an der Akademie der Bildenden Künste in Wien (1991–1998), wo er früher selbst studiert hatte (1981–1990, Diplom 1990). Die erste Einzelausstellung von Kozeras Bildern fand 1995 statt („Die russische…”, Hilton Hotel, Wien, 20. April 1995). Draft

In dieser Zeit wurde vom Künstler eine eigene Formel der Podiumsgespräche mit bekannten und hoch geschätzten Personen der Kultur, Ökonomie, Soziologie und Politik (unter anderem mit Leszek Balcerowicz, Sabina Breitwieser, Robert Fleck, Rainer Fuchs, Boris Groys, Henrik Kreutz, Ursula Krinzinger, Peter Pakesch, Michelangelo Pistoletto, August Ruhs, Klaus Albrecht Schröder, Siegfried Sellitsch, Andreas Spiegel, Slavoj Žižek) festgelegt. Er griff u.a. nach Folgendem:

- Aufnahmen von lebendigen Gesprächen und Ereignissen, die aus unterschiedlichen Perspektiven gesehen werden.

Christine Marks schrieb in ihrer soziologischen Analyse des aufgenommenen Gesprächs in „Theater im Marstal“: „Die Zuschauer nehmen am Gespräch teil, sie beobachten aufmerksam und reagieren laut auf die Aussagen auch aus dem einen Grund, als Einheimische, ihre Zustimmung oder Abneigung laut und demonstrativ beispielweise durch Verlassen des Raums ausdrücken zu können“ (siehe Christine Marks, Das Beobachtungs -Verfahren SYMLOG in der Praxis, Deutscher Universitaets-Verlag, Wiesbaden 2000, S. 123, Beobachtung von Videoaufzeichnungen, Diskussion im „Theater im Marstal”),

- flüchtige Momente.

Sich auf sein Werk stützend, greift er auf den Begriff der Unklarheit zurück, der als den Status seiner Arbeiten bestimmendes Merkmal aufgefasst wird (siehe Andreas Spiegl: Politik des Unentscheidbaren, Wien 1999, S. 4. Beschreibung des Werks von Marek Kozera). Genau dies erkante Judith Fischer, indem sie fragte „Auf welche Art und Weise stoßen die Sprache und Rhetorik der Wirtschaft auf die Sprache der Kunst?“ (siehe Judith Fischer, Auszug aus einem Fersehinterview, museum in progress, Program 2 TVP S.A., 1994. Beschreibung des Werks von Marek Kozera).

Draft
BISHER WURDEN FÜNF PROJEKTE DURCHGEFÜHRT:

OPPELN (OPOLE)
18. Mai 1992, „Die Stadt Oppeln – ein neuer Blick. Kunst und Ökonomie (Miasto Opole – nowe spojrzenie. Sztuka i Ekonomia)“, wissenschaftliche Betreuung durch Historikerin Anna Potocka von Galeria Sztuki Współczesnej. Anna Potocka nahm am Gespräch ebenfalls teil; Galeria Sztuki Współczesnej in Zusammenarbeit mit Polskie Radio Opole;

Opole

WIEN
13. Juni 1993, wissenschaftliche Betreuung von Dr. Rainer Fuchs von Mumok Museum in Wien. Dr. Fuchs war überdies Gesprächsmoderator, Meisterschule Pistoletto, Akademie der bildenden Künste;

Wiedeń

WIEN
29. April - 8. Mai 1997, wissenschaftliche Betreuung durch Soziologin Dr. Ursula Trummer von der Universität Wien, „Spielen wir Veranderung“ Habitus Abito Abitare, Semperdepot Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste in Zusammenarbeit mit Centro per l’arte contemporanea Luigi Pecci in Prato, Program 2 TVP S.A.;

Wiedeń

WIEN
16. Dezember 1998, wissenschaftliche Betreuung durch Soziologin Christina Lammer, ebenfalls Gesprächsmoderatorin, Ort: Imperial Hotel (in Zusammenarbeit mit Depot Museumsquartier, Meisterschule Pistoletto Akademie der Bildenden Künste), Program 2 TVP S.A.;




MÜNCHEN
14.-26. Februar 1994, „The Value of Conscience”, gemeinsam mit Michelangello Pistoletto, wissenschaftliche Betreuung durch dr Jacek Brzeziński von Kreditanstalt Bank in Wien. Dr Brzeziński übernahm überdies die Moderation des Gesprächs, Tempo Tag Theater, Marstall.

Monachium

„Der Ausgangspunkt eines jeden Gesprächs war die Darstellung des theoretischen Problems, das nachher von Gesprächsteilnehmern diskutiert wurde. Die Gespräche wurden aufgenommen und anhand des verfügbaren Materials entstanden Filme, die im Fernsehen ausgestrahlt wurden“

(siehe Andreas Spiegl, in: Politik des Unentscheidbaren, S. 1).

Das Oppelner Gespräch aus dem Jahre 1992 wurde teilweise auf einem Tonband aufgenommen und in einer Rundfunksendung mit telefonischer Anteilnahme der Hörer verwendet. Beim Wiener Projekt von 1993 wurden die Teilnehmer aufgenommen und fotografiert. Aus dem gesammelten Material entstand eine Collage, die samt Möblierung und Gesprächsgestaltung zu einem Fragment einer weiteren künstlerischen Installation und im Rahmen einer Einzelausstellung in den Räumen der Pistoletto Meisterschule, Akademie der Bildenden Künste in Wien präsentiert wurde (14-.18. Juni 1993).